Donnerstag, 2. Juli 2026

Sammelbegriff Donauschwaben

 
Zum Artikel Lebhafte Wechselbeziehungen in der Ausgabe vom 19./20. Mai:
Donauschwaben“ ist ein oft benutzter Sammelbegriff für alle im mittleren Donauraum, etwa zwischen dem Fluss Raab und dem Eisernen Tor, im 18. Jahrhundert angesiedelten Deutschen. Ob auch die Banater Schwaben zu dieser Volksgruppe gehören, bleibt unter den Historikern umstritten. Obwohl die Siedler, deren Nachkommen sich heute Banater Schwaben nennen, etwas weiter östlich, in der als Banat bekannten Region um die Stadt Temeswar, ihr Siedlungswerk im 18. Jahrhundert begannen, dürfte es kein allzu großer Irrtum sein, auch sie als Donauschwaben zu bezeichnen.
Kompliziert wird der Umgang mit den Begriffen „Donauschwaben“ und „Banater Schwaben“, wenn man sie in Bezug zur Gegenwart oder zur jüngeren Zeitgeschichte einsetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg identifizierten sich vorwiegend die vertriebenen und geflüchteten Deutschen aus Jugoslawien mit dem Namen „Donauschwaben“, während die aus Ungarn gekommenen sich in der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn wiederfanden und die aus dem rumänischen Banat geflüchteten und später massenweise ausgesiedelten Deutschen sich als Banater Schwaben bezeichnen.
Daher ist eher unwahrscheinlich , dass „Vorstände der Gemeinschaft der Banater Schwaben“ sich angeblich im zerstörten Jugoslawien ideell und materiell engagiert haben sollen. Im Artikel wird es sich also um donauschwäbische Spenden aus Bayern und nicht um „Banater Spenden aus Bayern“ handeln.
Anton Potche

aus DONAUKURIER, Ingolstadt, 31.Mai 2001

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