Zum
Artikel Lebhafte Wechselbeziehungen in der Ausgabe vom 19./20.
Mai:
„Donauschwaben“ ist ein oft
benutzter Sammelbegriff für alle im mittleren Donauraum, etwa
zwischen dem Fluss Raab und dem Eisernen Tor, im 18. Jahrhundert
angesiedelten Deutschen. Ob auch die Banater Schwaben zu dieser
Volksgruppe gehören, bleibt unter den Historikern umstritten. Obwohl
die Siedler, deren Nachkommen sich heute Banater Schwaben nennen,
etwas weiter östlich, in der als Banat bekannten Region um die Stadt
Temeswar, ihr Siedlungswerk im 18. Jahrhundert begannen, dürfte es
kein allzu großer Irrtum sein, auch sie als Donauschwaben zu
bezeichnen.
Kompliziert
wird der Umgang mit den Begriffen „Donauschwaben“ und „Banater
Schwaben“, wenn man sie in Bezug zur Gegenwart oder zur jüngeren
Zeitgeschichte einsetzt.
Nach
dem Zweiten Weltkrieg identifizierten sich vorwiegend die
vertriebenen und geflüchteten Deutschen aus Jugoslawien mit dem
Namen „Donauschwaben“, während die aus Ungarn gekommenen sich in
der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn wiederfanden und die aus
dem rumänischen Banat geflüchteten und später massenweise
ausgesiedelten Deutschen sich als Banater Schwaben bezeichnen.
Daher
ist eher unwahrscheinlich , dass „Vorstände der Gemeinschaft der
Banater Schwaben“ sich angeblich im zerstörten Jugoslawien ideell
und materiell engagiert haben sollen. Im Artikel wird es sich also um
donauschwäbische Spenden aus Bayern und nicht um „Banater Spenden
aus Bayern“ handeln.
Anton Potche
aus DONAUKURIER, Ingolstadt, 31.Mai 2001
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