Dienstag, 10. Dezember 2019

Preisträger des Festivals


m.v. Temeswar. - Das Temescher Zentrum für die Anleitung des Volkskunstschaffens gab Montag die Preisträger der dritten Ausgabe des Landesfestivals Cîntarea Românieibekannt. Hervorzuheben wäre dabei die Tatsache, dass gleich zwei Jahrmarkter Kapellen ausgezeichnet wurden. Einen ersten Preis erhielt die Jugendblaskapelle unter Leitung von Prof. Hans Kaszner, und ebenfalls ein erster Preis ging an das Unterhaltungsmusikorchester unter Prof. Mathias Loris. Die Loris-Kapelle wurde desgleichen mit einem zweiten Preis beim Wettbewerb für Blasmusik ausgezeichnet. Beim Landeswettbewerb der Chöre wurde dem Franz Schubert-Chor des Temeswarer Jugenhauses unter Dirigent Adrian Nucă-Bartzer ein zweiter Preis zuerkannt. Beim Wettbewerb für literarisches Schaffen wurde NW-Redakteur Franz Engelmann für sein 1980 im Facla Verlag erschienener Band Subjektive Berichte ein erster Preis verliehen.

aus NEUER WEG, Bukarest, 3. November 1981

Dienstag, 3. Dezember 2019

„Eurosound“ spielt moderne und volkstümliche Tanzmusik

Die Rationalisierungswelle in der Wirtschaft hat längst schon andere Bereiche unseres Gesellschaftslebens infiziert. Restrukturierungsmaßnahmen wirbeln auch die Besetzungen der Tanzkapellen gehörig durcheinander.
Im September vergangenen Jahres spielte Sepp Werner mit seinen sieben Mann und eine Frau starken Lustigen Musikanten bei der Kerweih der Banater Schwaben in Ingolstadt. Heute leitet der aus Baumgarten stammende und seit 1973 als Profimusiker durch die deutschen Lande ziehende Landsmann ein Tanzmusikquartett. Werner spielt Trompete, Saxophon, Posaune und Gitarre. Mit seinem Lieblingsinstrument, dem Akkordeon, hat er schon in Bukarest einen Solistenwettbewerb gewonnen. Mit Hochachtung und Dankbarkeit erzählt Werner heute noch von seinem Saderlacher Musiklehrer Hans Pinkhardt.
FotoQuelle: BANATER POST
Seine neuen Musikpartner sind Michael Reinholz (geb. in Sanktanna, spielt Klarinette, Saxophon und singt), Georg Werner Hermann (Schäßburg – Geige, Trompete, Panflöte – als Musiklehrer laut Werner für die Band sehr wichtig), und der in Paris geborene Musiklehrer Michael Wiechtert (Gitarre, Gesang).
Als erfahrener Mann im Showgeschäft weiß Sepp Werner sehr wohl, was gerade „in“ ist. Darum steht Eurosound auch oft mit Mara Kayser, der nach wie vor berühmtesten „Saarländerin“, die sogar live gut singen kann – was in der volkstümlichen Unterhaltungsbranche nicht unbedingt die Regel ist -, auf der Bühne.
Wer Eurosound hören will, sollte nicht lange zögern und die Band verpflichten, denn die Kurzlebigkeit feiert auch in den von unseren Landsleuten dominierten Tanzkapellen fröhliche Urstände.
Anton Potche

aus BANATER POST, München, 5. Juni 1997

Dienstag, 19. November 2019

Johrmarker Sprich un Sprichelcher - 132

Do sitzt a Rosestock zwische zwaa Misthaufe.

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Gsammelt vum Frombach Franz alias Gerwer Franz  (1929 - 1999)

Dienstag, 12. November 2019

Galakonzert der „Pipatsch“-Kür

Rund 2000 schwäbische Blasmusikfans trafen sich bei der von der NEUEN BANATER ZEITUNG veranlassten Großveranstaltung in der Temeswarer Olympiahalle / Diplome für die bestplatzierten Kapellen 

ES – Temeswar. Zu einem der attraktivsten Banater schwäbischen Blasmusikkonzerte der letzten Jahre hatten sich am Samstag rund 2000 Zuschauer aus allen Ecken und Enden der Heide und Hecke eingefunden. Die Temeswarer Olympiahalle konnte sie beinahe nicht alle fassen, die da gekommen waren, zu hören und zu sehen. Das ist weiter nicht verwunderlich, durften sie doch erwarten, daß ihnen in dieser Galavorstellung nach der NBZ-“Pipatsch“-Kür der beliebtesten Banater Kapellen und Orchester das beste in Sachen Blas- und Unterhaltungsmusik geboten werden wird. Und sie wurden auch nicht enttäuscht. Den Liebhabern des Genres wurde in vieler Hinsicht ein wahrer Ohrenschmaus geboten. Die Begeisterung der Leute hing aber auch mit der Vorgeschichte und der Veranlassung des Konzerts zusammen, hatten doch viele der Anwesenden sich selbst an der großen Pipatsch-Kür beteiligt, für die über 182.000 Kupons eingeschickt worden waren.
Den Auftakt des Konzertes bildete der Auftritt der an fünfter Stelle platzierten Rudi-Hellner-Kapelle aus Maschlok, in deren Schlagerprogramm Rudi Hellner, Erwin Altenbach und Reinhard Altenbach als Gesangsolisten mitwirkten. Auf volkstümliche Weisen, Walzer und Polkas ausgerichtet war die Darbietung der Peter-Pohl-Kapelle aus Neupetsch (IV. Platz); nach ihrem Auftritt überreichten fünf schmucke Mädchen in schwäbischer Ortstracht einen großen Blumenkorb – rote Nelken – und erhielten vom Publikum einen Extrabeifall. Als Solisten der Kapelle traten Orchesterleiter Pohl und Richard Anheuer auf. Die Temeswarer Anni-Hann-Kapelle (III. Platz) spielte einschmeichelnde Schlager, wobei neben Anni Hann, Matthias Konnerth, Nikolaus Sauer und Alfred Hann als Sänger mitwirkten. Der II. Teil des Konzerts wurde von der Jahrmarkter Loris-Kapelle eröffnet, die unter Leitung ihres Dirigenten Prof. Matthias Loris ihrem Programm mit stilvollen Bearbeitungen von Tschaikowskis Fedora-Ouvertüre und deutschen Volksliedern, von Walzern, Polkas und Märschen Glanz verlieh. Die von ihren Fans auf den ersten Platz gebrachte, ebenfalls aus Jahrmarkt kommende Hans-Kaszner-Kapelle hatte in ihrem auf gediegene Unterhaltung ausgerichteten Repertoire u. a. die Konzert-Polka Die Teufelszunge mit Helmuth Kaszner als Trompetensolist, ein Walzerlied, wobei sich als Gesangssolisten, neben Kapellmeister Kaszner, Annemarie Schneider, Eva Picklor und Josef Stritt hören ließen, und das Dixieland-Stück Register Show.
Ein Moment der Spannung entstand im Saal, ehe man zur Preisverleihung schritt. Welche Bürde wurde da in vier großen Nylonsäcken angeschleppt? Bald stellte es sich heraus – es handelte sich um die Riesenmenge der Kür-Zettel, die von Fans an die NBZ eingeschickt worden waren. Die Kupons wurden vor den Zuschauern ausgebreitet und man ging zur Ziehung über, die NBZ-Redakteur Mirko Srimpl, alias Simpl Mischko, vornahm, der Mann, der bei der Zeitung die große Kür-Aktion durchgeführt hatte. Folgende Gewinner – die fünf Kapellmeister erhielten je eine Preis-Urkunde und einen Blumenkorb seitens der NBZ – wurden aus den Reihen der Kür-Teilnehmer ausgelost: Erna Jost, (Jahrmarkt, Nr. 148), Melitta Mathis (Jahrmarkt, 171), Renate Klein (Paratz 285) erhielten je eine Kassette mit schwäbischer Volksmusik; Willi Bild (Jahrmarkt 111), Edith Schulz (Gottlob 369), Harald Steigerwald (Schag 2) bekamen je ein Abo für die DSTT-Premieren der Spielzeit 1981/82 und mögen beim Theater ihrer Preise wegen vorsprechen; Heinrich Eckert (Jahrmarkt 1012), Marie Teubert (Jahrmarkt 596), Regina Mickl (Petroasa Mare 30), Maria Raitar (Temeswar), Johann Nix (Jahrmarkt 136), Mariechen Wolf (Morawitza 362), Claudia Kilzer (Temeswar), Erika Andree (Deutschbentschek 156), Theresianne Schönauer (Reschitza), Erich Seibert (Wojteg 128) Freikarten, mit denen sie an sämtlichen Konzerten der fünf Gewinner-Kapellen teilnehmen können; die nicht behobenen Gewinne liegen beim Deutschen Staatstheater vor. Außerdem wurden an Vertreter des Publikums sieben Buchpreise vergeben.
Durch das stimmungsvolle Programm führten uns die Schauspieler Ildiko Jarcsek-Zamfirescu und Peter Schuch, wobei u. a. auch Einblicke in die Geschichte der einzelnen, am Konzert beteiligten Kapellen gewährt und anlässlich der Kür eingelaufene Fan-Zuschriften verlesen wurden. Das ansprechende Bühnenbild mit einer Pipatsch im Scheinwerferlicht gestaltete Ferenc Kovacs.
Des großen Andrangs wegen wird diese vom Temescher Kreisrat der deutschen Bevölkerung, von der NBZ und dem Deutschen Staatstheater Temeswar organisierte Veranstaltung am 7. November in der Olympiahalle wiederholt und für die Bukarester deutsche TV-Sendung auch gefilmt.

aus NEUE BANATER ZEITUNG, Temeswar, 3. November 1981

Dienstag, 5. November 2019

Ein verdienstvoller Landsmann

Franz Hoch feierte den 75.
Ingolstadt. – „Ich kenne alli Schwowine do in Pforzheim, d han ich kenne gelernt do in dr Kirich, im Alteklub, dart war Kaffee-Nomitaa“, hat die Traunauerin Theresia Andree 1991 dem Heimatkundler Walther Konschitzky erzählt.
Wer unter die Leute geht, erlebt ein ganz anderes Daseinsempfinden als ein Stubenhocker. Er entwickelt durch seine Kontakte zu anderen Menschen unbewußt Abwehrkräfte gegen eigene Schicksalsschläge und schafft immer wieder einen Neuanfang, der seinem Leben einen Sinn gibt.
Traunau war anscheinend ein guter Boden für diesen selbstbewußten Menschenschlag, denn Franz Hoch ist ein Traunauer, der sein Lebtag gerne unter die Leute ging. Er könnte die Aussage seiner Landsmännin mit gutem Gewissen auch für sich in Anspruch nehmen: Ich kenn fast alli Schwowine und Schwowe do in Ingolstadt. Bei Franz Hoch klingt dieser Anspruch aber, seinem frohen Naturell entsprechend, so: „Des ganzi Geld, wu unser Ingolstädter Schwoweverein in seiner Kassa hat, is dorch mei Hänn dort nin kumm.“
Recht hat er, denn seit 1974 sitzt der „Hochs Vetter Franz“ mit jeweils einem seiner „Kassakollegen“ an den Türen der Säle, in denen die Ingolstädter Banater Schwaben ihre Veranstaltungen abhalten, um die „Unkostenbeiträge“ einzusammeln. Er kann darum nicht nur fix und schnell rechnen, sondern er kann auch gut erzählen; und Klagetöne sind dabei nur selten zu vernehmen.
Am 22. Januar 1922, noch vor dem ersten Hahnenschrei – er behauptet, es ganz genau zu wissen -, um 0:30 Uhr erblickte Franz Hoch in Traunau im rumänischen Banat das (Kerzen)Licht der Welt. Er war der erste Sohn des Wagnermeisters Franz Hoch und dessen Gemahlin Katharina, geb. Stroh.
Nach dem Besuch der Volksschule in Traunau erlernte Franz Hoch in Arad das Schneiderhandwerk. Ebenda arbeitete er bis zu seiner Einberufung zum rumänischen Militär (1943) als Schneidergeselle. Die Ausübung dieses Berufes brachte ihn in Berührung mit Menschen verschiedener Nationalitäten.
Im Juni 1943 wurde Franz Hoch in die deutsche Nordlanddivision eingereiht. Er hatte Glück und überlebte Fronteinsätze in Serbien und Rußland. Am 9. Mai 1945 geriet er im Umland von Prag in russische Gefangenschaft. „Wie mei Kumrade un ich vun om Kontrollgang zrick kumm sin, war nimand meh do“, erinnert er sich an jene Augenblicke des gleichzeitigen Endes und Neubeginns.
Die Russen waren plötzlich überall und Franz Hoch landete schließlich in einem Kriegsgefangenenlager im ungarischen Baja. Und siehe da, der Franz wurde erkannt. Kein Geringerer als der Lagerarzt war einer jener Ungarn, mit denen der junge Schneidergeselle Hoch in Arad Bekanntschaft geschlossen hatte. Das folgende Geschehen gehört in die in jener Zeit schon fast vergessene Charaktersparte Edelmut. Der Kriegsgefangene Franz Hoch war plötzlich schwer krank und wurde nicht in einen Rußlandtransport gedrängt, sondern nach Rumänien entlassen.
In Traunau folgte erst mal das damals für viele Kriegsheimkehrer übliche Versteckspiel vor der rumänischen Gendarmarie. Dieser anfänglichen Unsicherheit nach dem Krieg ist es auch zuzuschreiben, daß Franz Hoch nicht mehr seinen Schneiderberuf weiter in Arad ausübte, sondern auf den Feldern Traunaus sein Aus- und Einkommen suchte.
Im Jahre 1949 heiratete er die Traunauerin Anna Plantsche. 1962 gelang dem Ehepaar die Ausreise nach Österreich zu Franz Hochs Bruder, und von dort die Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland. Ingolstadt wurde ihre zweite Heimat.
Franz Hoch fand schnell eine Anstellung in der Hausdruckerei der Firma Auto Union (heute Audi AG). „Ich han alle große Herre in der Firma gekennt un han forr so manche Landsleit e gutes Wort ingeleet“, erzählt der im direkten Umfeld der damaligen Vorstandschaft als eine Art „Unterlagenkopierer“ arbeitende Traunauer.
1981 ging Franz Hoch in Rente. Vier Jahre später starb seine Frau. Ein schwerer Schlag, aber der nun aus familiärer Sicht Alleinstehende hatte einen intakten Verwandtschafts- und Bekanntschaftskreis. Er ist Gründungsmitglied der Vereinigung der Banater Schwaben e. V. und ist heute noch als „Kassamann“ und Fahnenträger aktiv. Auch das Kegeln mit Landsleuten erleichterte ihm das häusliche Alleinsein.
Seit 1987 ist Franz Hoch mit der aus Jahrmarkt stammenden Elisabeth Loris verheiratet, eine Frau, die die ehrenamtlichen Tätigkeiten ihres Gatten voll unterstützt.
Die Ingolstädter Schwowe winsche em Hochs Vetter Franz zu seinem 75. Geburtstag vill Gsundheit un weiterhin vill Ausdauer, wann des ah bedeit, daß se an der Kassa ehre Brieftasche ufmache misse.“

Mark Jahr

aus DER DONAUSCHWABE, Aalen, 11. Mai 1997

Dienstag, 29. Oktober 2019