Dienstag, 3. Februar 2026

sunne-schatte-spill

 - gedicht im johrmarker dialekt -


morjets frieh
hot ’s woonersch-haus
sei schatte
uf ’s kersche-haus geworf


mittachs
hun sunn un schatte
sich iwrem dorf
zum stelldichein getroff


namittachs
hot ’s kersche-haus
sei schatte
uf ’s woonersch-haus geworf


des spill hot sich immer widerholl
bevor un nohdem de kersche niklos
es woonersch bawi
zur fraa hot gholl


die zwaa hun längst
es dorf verloss
sunn un schatte awwer
spille immer noch


norr die heiser
troon heit
statt kersche und woonersch
die nome vun annre leit


aah die mensche
wu jetz dort lewe
breiche sunn un schatte
zum existeere


[uf der schanz, 2000]
berns toni


aus BANATER POST, München, 20. März 2001


Dienstag, 20. Januar 2026

Johrmarker Sprich un Sprichelcher - 218

 Is es halt des!, hot de Zigeiner gsaat, wie er die Watsch kriet hot.

☻     ۩     ☺

Gsammelt vum Frombach Franz alias Gerwer Franz  (1929 - 1999)

Erläuterung: Watsch = Ohrfeige

Dienstag, 13. Januar 2026

Dilettantenvorstellung in Jahrmarkt

 
Der röm.-kath. Jugendverein zu Jahrmarkt veranstaltet am Dreifaltigkeitssonntag, den 12. Juni, abends 9 Uhr, im Gasthause „Zum Hirschen“ eine mit Tanz verbundene Dilettantenvorstellung. Der Reinertrag wird teils für Wohltätigkeitszwecke, teils für die Vereinsbibliothek verwendet. Die Musik besorgt die Loris’sche Musikkapelle. Eintrittspreise 40, 30 und 20 Lei.

aus BANATER DEUTSCHE ZEITUNG, Temesvar, 1. Juni 1927

Donnerstag, 8. Januar 2026

Ein sowohl informatives als auch ergreifendes Buch

 Zur Neuerscheinung Tief in Russland bei Stalino

Hannelore Baier (Hrsg.): Tief in Russland bei Stalino – Erinnerungen und Dokumente zur Deportation in die Sowjetunion 1945; ADZ Verlag, Bukarest, 2000; ISBN 973-98318-8-5. Das Buch ist in Rumänien erhältlich.

Die Verschleppung der Deutschen aus Ost- und Südosteuropa blieb bis zum Eintritt des politischen Tauwetters ein weitgehend tabuisiertes Thema sowohl östlich als auch westlich des Eisernen Vorhangs. Während man im Osten Schuld oder Mitschuld zu vertuschen hatte, pflegte man im Westen (besonders in der Bundesrepublik) die Aufarbeitung des vom Nationalsozialismus hinterlassenen Geschichtserbes so gründlich, dass alles unschuldigen Deutschen (die gab es nämlich während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auch) zugefügte Leid erstmals in der Rumpelkammer der europäischen Geschichte landete.
Nach 1989 wurde diese Kammer geöffnet, und so manches geschichtswürdige Ereignis ( das sind beileibe nicht nur irgendwelche Schlachten gekrönter Häupter oder kriegslüsterner Staatsführer) gelangte an die Öffentlichkeit. Die Landsmannschaften in Deutschland haben das Unrecht der Deportation zwar schon immer angemahnt, die allmählich zugänglicher werdenden Archive im Osten und Südosten Europas haben aber zur wissenschaftlichen Erforschung dieses Phänomens neue Wege ermöglicht. Das hat wohl auch dazu beigetragen, dass bundesdeutsche Interessengruppen oder Einzelpersonen auf das Thema der Deportation aufmerksam wurden. Auch in Rumänien hat man in den letzten Jahren der Verschleppung der deutschen arbeitsfähigen Bevölkerung in die Sowjetunion verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt.
Die Reihe der zu diesem Thema erschienenen Bücher wird von einem Band ergänzt, der in Zusammenarbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung Rumänien mit dem Verlag der ALGEMEINE DEUTSCHE ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN entstanden ist und in seinem bibliographischen Anhang auf 19 Zeitungs- und Zeitschriftenartikel sowie 43 Buchveröffentlichungen in vier Sprachen zu dieser Thematik verweist. Tief in Russland bei Stalino enthält eine sehr aufschlussreiche Sammlung von Dokumenten und Erlebnisberichten. Diese Mischung aus historischem Hintergrund und vordergründigem persönlichem Leid zeichnet ein nachvollziehbares Bild der Ereignisse des Januarmonats 1945 in den von Deutschen besiedelten Gebieten Rumäniens und der folgenden fünf Jahre im sowjetischen Donbass.
Der Aufbau des Buches beginnt mit einem Vorwort von Ignaz Bernhard Fischer, dem Vorsitzenden der Vereinigung der ehemaligen Russland-Deportierten in Rumänien. In der folgenden Einleitung stellt Hannelore Baier fest: „Das Wissen um diese historischen Fakten kann weder die Demütigungen und das Leid, das die Deportierten zu ertragen hatten, noch ihren Vertrauensverlust zum rumänischen Staat ungeschehen machen. Das Kennen und Verstehen der tatsächlichen Hintergründe der Zwangsverschleppung ist jedoch für die Gegenwart und Zukunft der deutschen Gemeinschaft in Rumänien und das deutsch-rumänische Verhältnis äußerst wichtig.“
In 19 Kapiteln werden anschließend alle Aspekte der Deportation sowohl aus Sicht der zeitgenössischen Dokumente als auch aus der Empfindsamkeit der Betroffenen durchleuchtet. Was die zahlreichen Erlebnisberichte angeht, kann man sich leicht vorstellen, dass die seelischen und körperlichen Qualen der Verschleppten womöglich noch bedeutend größer waren, als sie heute nach 50 und mehr Jahren von den Betroffenen wieder nachempfunden werden können. Bei den Kapitelüberschriften ist bereits eine klare Gliederung der Thematik in zwei Kategorien zu erkennen: einerseits die äußeren Umstände und Abläufe (die politische Lage; der Deportationsbefehl; die Listen; die Aushebungen usw.) und andererseits die Auswirkungen auf das einzelne Individuum (Hunger, Tod, Heimweh, Heimfahrtgerüchte usw.). Abgeschlossen wird die Kapitelreihe mit dem wohl als Fazit gedachten Titel Das Unrecht. Ignaz Bernhard Fischer resümiert darin folgerichtig: „Es hat sich an uns wiederholt, was schon oft in der Geschichte geschehen ist: Wenn die Großen mit der Mühle der Politik mahlen, gerät immer der kleine Mann zwischen die Mühlsteine.“
Die für so manche Familienexistenz aus den Reihen der deutschen Volksgruppen in Rumänien verhängnisvolle Deportation hat auch in der Kunst ihren Niederschlag gefunden. Dieses Buch enthält zwölf Graphiknachdrucke von Friedrich von Bömches. Alle Graphiken vermitteln das Leid als eine kompakte Masse. Alles ist in diesen Tuschzeichnungen ein düsterer Klumpen: „Menschenrechte“, „Hoffnungslos“, „Weg zum Lager“, „Das Unglück“. Jeder Strich deutet auf Endzeitstimmung hin.
Man sollte diese Buchbesprechung nicht abschließen, ohne Ignatz Bernhard Fischer ein zweites Mal zu zitieren: „Wir, die Überlebenden der Deportation, haben einen heißen Wunsch: Mögen sich dergleichen Ereignisse nie wiederholen!“
Anton Potche

aus BANATER POST, München, 20. März 2001

Dienstag, 16. Dezember 2025

Johrmarker Sprich un Sprichelcher - 217

 In Zorn hot 's gschoss.

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Gsammelt vum Frombach Franz alias Gerwer Franz  (1929 - 1999)

Erläuterung: Zorn (heute Cerneteaz) ist ein Dorf, das zur Gemeinde Jahrmarkt (heute Giarmata) gehört.