Dienstag, 26. Oktober 2021

Johrmarker Sprich un Sprichelcher - 163

 Es Haus vleert nicks. 

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Gsammelt vum Frombach Franz alias Gerwer Franz  (1929 - 1999)

Dienstag, 19. Oktober 2021

Traditionelle Veranstaltungen am Wochenende

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Jahrmarkt. Der traditionelle Musikantenball fand Samstag (für Verheiratete) und Sonntag (für die Jugend) im Jahrmarkter Kulturheim statt, organisiert von der seit 75 Jahren bestehenden Loris-Kapelle. Den ersten Teil bestritt das Blasmusikorchester, den zweiten das Unterhaltungsmusikorchester. Als Gesangsolisten wirkten mit Niki und Annemarie Seibert, Reinhardt Junginger, Johann Eichinger, Siegfried Potche, Annemarie Loris, Melitta Mathis und Eva Jauch, die auch die Ansage besorgte.

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aus NEUE BANATER ZEITUNG, Temeswar, 24. Januar 1984

Dienstag, 12. Oktober 2021

100 korze Gschichte zum Nohdenke

 Helli vun Bogarosch verzählt schwowisch vun der Banater Heed

Helli vun Bogarosch: E Schmunzle vun der Heed – Gschichte in schwowischer Mundart. Mirton Verlag Temeswar, 1996, ISBN 973-578-076-3. 140 Seiten.

Wann merr e Buch rezenseert, sellt merr vleicht es eerscht schreiwe, was am an dem literarische Werk net so gut gfall hot. Merr sellt bei der Iwerleeung ka Angst hun, daß merr dabei des Buch – ich moon sei Inhalt – in Sticker reist, so wie de Marcel Reich-Ranicki des mol mi‘m Günter Grass seim Roman Ein weites Feld versucht hot. Des is in der Praxis iwerhaupt aah gar net meeglich – norr uf‘me Titelfoto vum SPIEGEL geht so etwas-, weil e jeder Leser, ganz gleich ob er Professor odder Kiehhalter is, sich e ureigni Meinung vun oom Buch mache kann, was sovill haaßt wie, e Rezension is immer norr die Meinung vun oom Einzelne un kann nie als allgemein giltiches Werturteil ongsiehn werre.   
Drum schreib ich jetz aah unscheneert, was mer an dem Buch E Schmunzle vun der Heed vum Helli vun Bogarosch net so gut gfall hot. Es is oonfach de Titel. Der erinnert mich an so beriehmte schwowische Bicher wie Lache is steierfrei vum Ludwig Schwarz odder Lachendes Banat vum Robert Glatt. Des sin nun wirklich Bicher zum Unnerhalle. Beim Lese vum Helli vun Bogarosch seim Buch is awwer doch hinner jedem Schmunzle – zum Hart-Lache kummts am eigentlich nie – de Ernst vum Lewe im Banat zu speere. Daß es der Autorin vun dem Buch oft in bewunnernswerter Maneer gelung ist, so manchi traurichi, vun täglichem Kampf ums Iwerlewe geprägti Situation mit feinem Humor zu schildre, beweist zwar, daß die Fraa vill Optimismus, asso Leweswille hot, kann annrerseits awwer wahrscheinlich net verhinnre (is des iwerhaupt beabsichticht?), daß so mancher vun uns veredlte Westmensche sich beim Lese saat: So meechts uns aah gehn, wann mer jetz noch dort im Banat wäre.
Grad 100 Gschichte, korze Gschichte, awwer Gschichte zum Nohdenke, sin in dem Buch mit dem scheene schwowische Mädche uf‘m Deckl versammelt, un sie verzähle schlicht un oonfach, manchesmol sogar in sachlicher Kommentarform (die Verfasserin is Journalistin bei der BANATER ZEITUNG) vun unsrem gestriche Lewe im Banat un vun de Gebliebne ehrem heidiche Lewe. Es gebt ka Bereich vun der Kindheit, iwer die Jugendzeit un‘s Ehelewe bis ins Alter, wu net behandelt werd; un sogar so heikle, in unser deitsche Därfer bis zur total Ausreise gere forr vill Verunglimpfunge sorchende Themen wie es jugendlich unschulliche, ehrliche un in de Aue vun manche Alte so verwerfliche Verbandle vun Schwowekinn mit Rumänre kummt zur Sproch.
Wer des Buch mit Hilfe vum ISB-Nummre vleicht in der Buchhandlung net find, der kann ruhich aah an die BANATER ZEITUNG (ADZ - Korrespondentenbüro - Tel. & Fax: +40(0)256498210; E-Mail: temeswar@adz.ro) schreiwe. Dort arwet‘s Helli vun Bogarosch (bürgerlicher Nome: Helen Alba) nämlich in der Pipatsch-Gärtnerei als Brigadierin.
Berns Toni

aus DER DONAUSCHWABE, Aalen, 26. Juli 1998


Dienstag, 5. Oktober 2021

Johrmarker Sprich un Sprichelcher - 162

 Es geht aus wie uf'm Matz seiner Hochzet: De Letzt hatt ka Läffl. 

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Gsammelt vum Frombach Franz alias Gerwer Franz  (1929 - 1999)

Dienstag, 28. September 2021

Banater Kulturspiegel, Juli 1982 – Juni 1983

 Mai

[…] Zur Landesphase des Festivals „Cîntarea României” werden u. a. zugelassen: der von Franz Metz geleitete Temeswarer Schubertchor, die Estradengruppe unter der musikalischen Leitung von Jakob Ochsenfeld, das von Hans Kaszner geleitete Unterhaltungsorchester und die Blasmusik des Jahrmarkter Kulturheimes, das deutsche Volksmusikquintett des Lugoscher Kulturhauses (Leiter Martin Frombach), die Blaskapelle des Kulturheims von Neupetsch (Leiter Peter Pohl), der Gesangsolist Walter Berberich (Hatzfeld), der Instrumentalsolist Mathias Bruckler und das deutsche Volksmusikorchester des Kulturhauses von Großsanktnikolaus (Leiter Hans Mayer), die deutsche von Margarete Lippet geleitete Kulturgruppe aus Lowrin und die deutschen Puppenspieler aus Warjasch geleitet von Paulina Seculici. […]


aus NBZ-VOLKSKALENDER ʼ84, Temeswar, Herbst 1983

Dienstag, 21. September 2021

Rumäniendeutsche längst integriert

Zum Artikel Noch fehlt der Zündfunke für eine Rückkehr nach Rumänien in der Ausgabe vom 6. Juli:
Von einem „neuen Trend“ zur „Rückkehr nach Rumänien“ wird man nie reden können, denn die aus diesem Land kommenden Volksgruppen haben in den letzten zehn Jahren einen so rasanten Integrationsprozeß durchgemacht, daß selbst die heute Vierzigjährigen sich nur noch zaghaft zu ihren ursprünglichen Volksgruppenmerkmalen, die in Tradition und Tracht immerhin einige interessante Elemente aufzuweisen haben, bekennen. Die Integrationsbemühungen vieler Rumäniendeutscher mündeten in jeweils individuelle Assimilationsprozesse, die sie dazu bewogen, ihren landsmannschaftlichen Organisationen fernzubleiben. Sie sind längst im deutschen Volk spurlos verschwunden und ihre Kinder haben überhaupt keinen Bezug mehr zu Siebenbürgen und dem Banat. Mitschuldig an dieser Situation ist zweifellos auch das bestimmt nicht im Sinne Jahwes gemeinte Kainszeichen, mit dem Politiker die Aussiedler in Wahlkampfzeiten regelmäßig beglücken.
Zum anderen wären die Eigentumsrechte Rückkehrwilliger nicht ohne neues Unrecht zu erlangen, wohnen doch in ihren Dörfern längst andere Menschen, die sich jetzt dort heimisch fühlen. Viel besser wäre es, das leidige Thema zu vergessen, erweckt man damit doch sowieso nur falsche Hoffnungen hierzulande.

Anton Potche

aus DONAUKURIER, Ingolstadt, 17. Juli 1998