[...]
So
war es auch am Samstag. Bei hundert Paare sind in Tracht
aufmarschiert und der Aufzug bot ein prachtvolles Bild, welches sich
auch später im allgemeinen Tanz erhielt zur Freude aller Gäste, als
die Blechmusik den schönen Ländler blies: Etwas for
die Alte … […].
Während
die Gäste sich allmählich versammelten, sorgte die auf der Bühne
plazierte Orzydorfer Unterwegersche Musikkapelle mit
fröhlichen Weisen für die Zerstreuung. Die in schwäbischer Tracht
erschienenen Damen hatten sich in einem Nebenraum versammelt;
folgende Besucherinnen waren in Tracht gekleidet: Frau Dr. Gabriel,
Maria Beer, Rosa Beitz […]; Jahrmarkt:
Anna Bosch, Manzi Willner; […]; Uivar:
Marei Franz; Warjasch: Anna Engelmann.
Die
farbenreichen Trachten aus allen Gauen des schwäbischen Banates –
eine reizender und schöner als die andere – boten dem Zuschauer
eine prachtvolle Augenweide.
Als
die Trachten sich bereits versammelt hatten, war Dr. Franz Schmitz
damit beschäftigt, den Kirchweihzug zusammenzustellen. […].
Die Sackelhausener Lorissche
Kapelle hatte die Ehre,
die jauchzenden Kirchweihpaare in den Saal zu führen, die vom
angesammelten Publikum mit lebhaftem Applaus empfangen wurden.
Als
die Paare den Saal unter klingendem Spiel und lauten
Juchzern mehrmals durchzogen, begab sich das anmutige Frl. Hügel,
das heuer im Auftrag der vorjährigen Vortänzerin, der in Newyork
lebenden Anna Wambach, den Vorstrauß in geschmackvoller Weise
schmückte, in Begleitung der beiden Geldherren auf die Bühne, um
die Versteigerung desselben vorzunehmen. […]. Schließlich
erstand der hiesige Zahnarzt Dr. Sattler den Strauß mit
11.000 Lei und verehrte ihn Frl. Rosa Beitz, der Tochter des
hiesigen allgemein bekannten Spezereihändlers Nikolaus Beitz,
die in ihrer Guttenbrunner Tracht eine überaus reizende Erscheinung
war.
Tosender
Beifall begrüßte das neue Vortänzerpaar in seiner neuen Würde.
Sodann fand auf der Bühne der Tanz mit der Vortänzerin
statt, die den schönen Rosmarinstrauß glücklich lächelnd in den
Händen hochhielt. […].
Damit
war der offizielle Teil des Balles beendet und die Gäste verteilten
sich teilweise in den Nebenräumlichkeiten, teilweise im großen
Saale des Militärkasinos und im Wintergarten des Hotels „Ferdinand",
womit der allgemeine Tanz seinen Anfang nahm. Im Kasino spielte die
Lorissche Knabenkapelle,
im „Kronprinz“ die Orzydorfer Unterwegersche Kapelle
zum Tanz auf, der auf beiden Stellen in dieser Stimmung bis morgens
halb 7 Uhr dauerte.
Wie
alljährlich fand auch heuer eine Trachtenkonkurrenz
statt, die folgendes Ergebnis hatte: den ersten Preis, einen vom
Möbelfabrikanten Philipp
Siebold
gespendeten Damenschreibtisch aus
Rosenholz, gewann Frl. Theresia
Rieder aus
Nitzkydorf mit 2300 Stimmen; […].
aus BANATER DEUTSCHE ZEITUNG, Timisoara=Temesvar, 1. Feber 1927
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