So
manche landsmannschaftliche Kultursäule wurde von den Sparmaßnahmen
der Bundesregierung zertrümmert. Dass
bei den Kürzungen oder Kappungen der Gelder nicht immer nach
konsequenter Linie verfahren wurde, belegt der Fall des
Bukowina-Instituts in Augsburg. Diesem hat man im März 1999 die
Bundesförderung gestrichen und im Juli 2000 als sogenannte
Projektfinanzierung wieder bewilligt. Eine lobenswerte Inkonsequenz
ermöglichte unter anderem das Erscheinen der Nummer 43
und 44
des Kaindl-Archivs,
der Zeitschrift des
Bukowina-Instituts für den Kulturaustausch mit den Völkern Mittel-
und Osteuropas.
Wie
herzhaft dieser Kulturaustausch propagiert wird, zeigt uns der in
beiden Nummern veröffentlichte Aufruf zum „Bundeskulturtreffen
2001 in der Bukowina“. Diese Veranstaltung wurde vom 10. bis 17.
Juni in Zusammenarbeit des Bezirksrates Suceava, der Landsmannschaft
der Buchenlanddeutschen (Bukowinadeutschen) und des Bezirkstages von
Schwaben organisiert; eine Initiative mit wahrlich europäischer
Prägung, die sich nahtlos in die dauerhafte Präsenz des Namens
Bukowina in den deutschen Kulturmedien einreiht und das Land am
östlichen Rand
der ehrwürdigen und an Verklärtheit wohl kaum noch zu überbietenden
Habsburger Monarchie für so manches kulturbeflissene Menschenkind
höchst interessant erscheinen lässt. Dass
der Umgang mit dem Kultur-
und besonders Literaturerbe der Bukowina nicht unproblematisch ist,
zeigt eine kritische Auseinandersetzung Dr. Ortfried
Kozians
mit einer Sendung des Deutschlandfunks über „Die jüdische
Kulturmetropole Czernowitz“ (Nr.
43).
Es
weht übrigens im Allgemeinen ein europäischer Geist durch die
meisten Beiträge dieser Hefte. Zwar weniger im Sinne neu
beschworener „europäischer Visionen (Livio Missir di Lusignano:
Die „Respublica Europaea“ von Michel Foucher;
übersetzt aus dem Italienischen von Christian Geier),
aber immerhin als Anstoß zu einem hoffentlich fruchtbaren
Lernprozess kann man die Zeitzeugenberichte Karoline
Seebergers und des Bukowiner Pfarrers Ferdinand Weber
bewerten (Nr. 43).
„Mit
den Völkern Osteuropas auf dem Weg zu einer europäischen
Identität?“, fragt Rainer A. Roth
imperativisch in einem bemerkenswerten Essay (Nr. 44).
Er kommt zur Schlussfolgerung, dass bei aller Europabegeisterung das
Bedürfnis der Menschen nach bekundeter Nationen- und
Stammeszugehörigkeit wahrscheinlich auch weiterhin eine
entscheidende Rolle im Gestaltungsprozess Europas spielen wird.
Im
Kaindl-Archiv Nr. 44 nimmt ein mit Notenbeispielen
gespickter Bericht von Norbert Gaschler über Die
ersten Gebets- und Gesangbücher für die deutschen Katholiken der
Bukowina 23 Seiten in Anspruch. In den zwei durchnummerierten
Heften (Nr. 43 Seiten 97 bis 144 und Nr. 44
Seiten 145 bis 192) werden Bücher rezensiert und Jubilare geehrt.
Wer
Interesse an dieser Kulturzeitschrift hat, kann die Telefonnummer
0821 / 577067 wählen. Er wird unseren Jahrmarkter Landsmann Luzian
Geier antreffen und seine Bestellung abgeben können.
Schriftlich kann man das über folgende Anschrift tun:
Bukowina-Institut , Alter Postweg 97a, 86158 Augsburg. E-mail:
bukinst@t-online.de.
Anton Potche
aus BANATER POST, München, 10. Juli 2001


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